Unsere Gesundheit ist uns wichtig!
Das Projekt "Gesunde Schule" am Marie-Curie-Gymnasium
1. Einführung und Zielstellungen
Im Schuljahr 2007/08 fanden sich auf Initiative und unter der Leitung von Kerstin Peschel interessierte KollegInnen zur Arbeitsgruppe "Gesunde Schule" zusammen, um unter dieser übergreifen-den Zielstellung erste mögliche Wege zur Verbesserung von Lern- und Lehrbedingungen unter dem Aspekt der Gesundheit an unserem Gymnasium aufzuzeigen.
Nicht nur, dass die Erwartungen an Lehrer in Hinsicht auf die Umsetzung des im Sächsischen Schulgesetz verankerten Bildungs- und Erziehungsauftrages gestiegen sind - auch unsere Schüler sehen sich spätestens seit Einführung der neuen Lehrpläne gewachsenen Ansprüchen an die Gestaltung ihres Lernprozesses gegenüber. Dieser ist vielschichtiger, komplexer und vernetzter geworden und erfordert u.a. ein hohes Maß an Anstrengungsbereitschaft sowie Methodenkompetenz.
Umso bedeutsamer ist die Gestaltung eines gesundheitsfördernden Lern- und Lehrumfeldes geworden, in dem positive Einflüsse verstärkt und hemmende bzw. störende Faktoren reduziert wer-den sollen. Nur so können sich aus unserem Verständnis Potenziale von Lehrenden und Lernenden entfalten und in ihrem Zusammenwirken ein optimaler Bildungsprozess angestrebt werden. Die Arbeitsgruppe "Gesunde Schule" hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Bedeutsamkeit dieses Themas zu sensibilisieren, den Ist-Stand von Schwerpunktbereichen zu erfassen sowie Möglichkeiten der Optimierung in Zusammenarbeit mit Kollegen, Schülern, Eltern und der Schulleitung zu ermitteln. Wir verstehen uns als Initiatoren und Koordinatoren eines Entwicklungsprozesses an unserer Schule, der der Mitwirkung aller Beteiligten bedarf.
Schwerpunktbereiche:
- Ausgewogenheit zwischen Anspannung und Entspannung bzw. Belastung und Entlastung
- Stressbewältigung (problem- bzw. reaktionsorientiert, Distanzierungsfähigkeit entwickeln)
- Kommunikation/Gesprächsführung/Konfliktmanagement
- Gesunde Ernährung (Schulspeisung/Imbissangebot)
- Bewegung/Fitness (Ausgleich zum Sitzen, Sport- und Bewegungsangebote)
- Hygiene/Sauberkeit in der Schule
- Lärmbelastung
(Britta Reichel)
PRIORITÄTEN DER GESUNDHEITSFÖRDERUNG AM MCG
Die Auswertung der Befragung der Lehrer zur Gesundheitsförderung am MCG hat in der Prioritätenliste folgendes Ergebnis gebracht:
- Vermeidung von Belastungszeiten der Kollegen
- Rücknahme der Kollegen (mindestens eine Pause pro Tag zur Entspannung)
- Nassstreckenhygiene (Handtücher, Schwämme, Tafeleimer...)
- Klima der Schulspeisung (Lärmpegel, Essenszeiten, Speiseräume...)
- Qualität der Schulspeisung
- Speisenangebot in der Cafeteria (Getränkeangebot müssten wir mit einbeziehen) - Haupthaus und Außenstelle.
Lehrer-Fragebögen:
I. Mittagsversorgung,
II. Atmosphäre im Speiseraum,
III. Pausenversorgung,
Auswertung zu I. - III. im Überblick
Die Auswertung der Befragung der Schüler ergab folgende Reihenfolge in der Prioritätenliste:
- Vermeidung von Belastungszeiten
- Nassstreckenhygiene (Handtücher, Schwämme, Tafeleimer...)
- Schaffung eines Ruheraumes
- Qualität der Schulspeisung
- Klima der Schulspeisung
- Speisenangebot Cafeteria (Getränkeangebot müssten wir mit einbeziehen) - Haupthaus und Außenstelle
Schüler-Fragebögen:
I. Pausenversorgung,
Auswertung zu I. Pausenversorgung,
II. Einrichtung eines Relax-Raumes
(Kerstin Peschel)
2. Ausgewogenheit zwischen Belastung und Entlastung
Die Erkenntnis, dass dies ein Schlüssel zur Gesunderhaltung sowie eine wesentliche Voraussetzung zur erfolgreichen Bewältigung von Stress ist, haben wir an den Pädagogischen Tagen 2008 gewonnen. Daraus leiten sich nachfolgende Bestrebungen und Maßnahmen ab.
Unnötige Belastungen für Schüler reduzieren
- Methodenvielfalt im Unterricht zur Vermeidung von Einseitigkeit und Monotonie
- Abwechslung im Stoffverteilungsplan zur Verteilung von Belastungen und Entlastungen
- Einbeziehung der Schüler in inhaltliche und zeitliche Planungen/Abläufe des Unterrichts
- zeitliche Koordinierung von Leistungsermittlungen zur möglichst gleichmäßigen Verteilung im Schuljahr sowie der Vermeidung von Überlastungen:
- Plan für Klassenarbeiten pro Fach und Schuljahr
- Festlegung der max. Anzahl von sonstigen Noten/Schuljahr durch Fachkonferenzen
- Versuch: Terminplan für KA auf Klassenstufe 7 in 2009/10
- Erfassung: zeitliche Verteilung von Klausuren, Tests, Hausarbeiten, Referaten, Gruppenarbeiten etc. in Kursen 11 durch Kurssprecher
- Erteilung von Hausaufgaben mit didaktischem Gespür für deren Sinnhaftigkeit und pädagogischem Augenmaß für ein ausgewogenes Verhältnis von Aufwand und Nutzen
Unnötige Belastungen für Lehrer reduzieren
- stärkere inhaltliche und zeitökonomischere Zusammenarbeit von Klassenleitern und ihren Stellvertretern:
- Initiative April 2009 (Erhöhung von Qualität und personelle Entlastung)
- Anregung eines gemeinsamen pädagogischen Konzeptes
- Informationsaustausch und Absprachen zur pädagogisch- erzieherischen Arbeit, zur Zusammenarbeit mit Eltern, Fachlehrern sowie dem Bereich Organisation und Verwaltung
- Evaluation im Juli 2010
Übersicht zur Initiative sowie zur Evaluation und ihren Ergebnissen
- vereinfachte und schnellere Wege der Kommunikation:
- jeder Kollege ist per E-Mail erreichbar ( nachname@mcg-dresden.de )
- Fortbildung am Pädagogischen Tag 2009 zum Thema "Kommunikation":
- Modelle, Ebenen
- Gesprächsführung/Konfliktmanagement
- Unterscheidung zwischen Mitteilung und Gespräch u.a.m. (s. Punkt 4.)
- Erhöhung der Effektivität von Beratungen/Arbeitsgruppentreffen:
- Leitfaden für Klassen- und Versetzungskonferenzen, Beratungen aller Art
- schriftliche Vorlage mit Zeitrahmen, Tagesordnungspunkten, ggf. Hinweise zur Vorbereitung, Schwerpunkte, Ist-Stand, Problemanalyse, Vorschläge zum weiteren Vorgehen etc.
(Britta Reichel)
3. Stressbewältigung
4. Kommunikation/Gesprächsführung/Konfliktmanagement
5. Gesunde Ernährung
6. Sportangebote, Bewegung, Fitness
Im Lehrplan Sport wird geschrieben: "Sportliche Aktivität wirkt der Bewegungsarmut entgegen, sie gibt Entwicklungsanreize für die Körperhaltung und die organismische, motorische und sensorische Leistungsfähigkeit. Sportunterricht fördert damit unmittelbar die Gesundheit. Reflexion des Sporttreibens und Wissenserwerb tragen zur Entwicklung des Gesundheitsbewusstseins bei." In diesem Maße leistet der Sport einen wichtigen Beitrag zur "Gesunden Schule".
So wird beispielsweise in den Klassenstufen 6, 9 und 11 der Lernbereich "Fitness und Gesundheit" unterrichtet. Im Zusammenhang mit dem Curriculum "Lernen lernen" erhalten die Schüler in Klas-se 5 im Sportunterricht auch Einblick in Entspannungstechniken. In Klassenstufe 7 können die Schüler in ihrer 3. Sportstunde aus einem Angebot an Sportarten selbst wählen. Mit Inlineskaten und Rudern erhalten die Schüler dabei die Möglichkeit, Freizeit- bzw. Vereinssport kennenzulernen. Zusätzliche Sommersportlager in Klasse 7 und Wintersportlager Südtirol bzw. Oberwiesethal in Klasse 9 bieten auch die Möglichkeit der Bewegung in der Natur. GTA-Angebote wie Volleyball oder Tanz komplettieren das Bewegungsangebot am MCG.
Dass der ein oder andere Schüler manchmal erst "zu seinem Glück gezwungen werden muss" (aber das gehört ja auch zu den Aufgaben der Schule), beweisen die folgenden Sätze von Olivia Howard zum Skilager Oberwiesenthal 2009 im Schuljahrbuch:
"Den meisten war die Winterlust schon vergangen, als es in der ersten Märzwoche für die neunten Klassen ab in das Skilager ging... Noch am ersten Nachmittag lernten wir unsere Ski- und Snowboardlehrer kennen: allein ein Schüler machte den Fortgeschrittenen-Skikurs, drei den Snowboard- Anfängerkurs - alle anderen mussten sich im Anfängerkurs erst einmal an die Skier gewöhnen. Und wir haben bewiesen, je weniger man kann, umso lustiger ist der erste Versuch. Im Laufe der Woche gab es aber kaum einen, der nicht mit einem breiten Grinsen behauptete: Skifahren ist geil! Mit einem Nebel, der weiß und dicht wie Watte war, und einer eisigen Piste hatten alle zu kämpfen - doch die hinderten uns nicht an guten Ergebnissen bei der "Prüfung" am letzten Tag... "
(Petra Hänsel)
7. Hygiene/Sauberkeit in der Schule
Diese beiden Themen spielen im Schulalltag eine große Rolle. Alle Toiletten sind mit Seifenspendern und Papierhandtüchern ausgestattet, die jedoch immer wieder zweckentfremdet werden und damit zur Unsauberkeit beitragen. Hier ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.
Bei der Hygiene in den Klassenzimmern wurde erreicht, dass der Abfall jetzt richtig sortiert wird, dass die Tafelschwämme regelmäßig ausgetauscht werden und dass auch zwischendurch neue Tafelschwämme zur Verfügung stehen. Es konnte durchgesetzt werden, dass der Raum, der sonst nur dem Reinigungspersonal zugängig war, während des Schulbetriebes geöffnet bleibt und somit die Wassereimer ordentlich ausgespült und mit ausreichend Wasser gefüllt werden können. Trotzdem muss man auch hier weiterhin einige Kontrolle ausüben, um die erreichten Ergebnisse weiter fest in den Schulalltag zu integrieren.
Da dem Reinigungspersonal nur sehr wenig Zeit für das Wischen der Zimmer zur Verfügung steht (1 Stunde für 350 m²), muss noch mehr auf die Durchführung des Ordnungsdienstes geachtet werden. Dies bleibt weiterhin eine unserer wichtigsten Aufgaben.
Um die Konzentration senkende und Müdigkeit verursachende CO2 -Belastung in den Klassenzimmern zu verringern, werden von mittlerweile vielen Kollegen Stoßlüftungen durchgeführt. Besonders in den kleineren Klassen konnten wir eine große "Lüftbereitschaft" erreichen. Die meisten Schüler dieser Klassen achten schon selbstständig auf eine Belüftung ihrer Räume. Ebenso erfreulich ist, dass die Hofpausen von vielen Schülern aktiv zum "Sauerstofftanken" und zu Sport-spielen genutzt werden.
Die Esskultur unserer Schüler ist noch entwicklungswürdig. Doch zumindest klappt jetzt das Ein-räumen der Schultaschen in die Regale immer besser. Obwohl ungeliebt, funktioniert das Abwischen der Tische ebenfalls ganz gut. Dennoch entsteht ein großer Lärmpegel im Speiseraum, wenn pro Pause 6 Klassen an der Schulspeisung teilnehmen, der die Schüler während der Einnahme des Essens stark belastet. Sehr gut wurde das "Beschwerdebuch" zum Schulessen angenommen. Neben vielfacher Kritik ist auch immer mal wieder ein Lob zu lesen.
(Gabriela Baier)
8. Lärmbelastung
PROTOKOLLIERUNG DER AKTIVITÄTEN PROJEKT " GESUNDE SCHULE"
- März 2007: Kooperationstreffen Netzwerk Gesundheitsförderung - GTA
- November 2007: 5 Jahre Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen - Werkstatt zur weiteren Strategie und Schwerpunktsetzung
- Dezember 2007: Fortbildung "Gesunde Ernährung" mit Prof. Dr. Scholz
- Januar 2008: Zusammenkunft mit Herrn Pilz - Projektleiter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (SIGV) ? Unterstützung bei der Fragebogenaktion
- Januar 2008: erste Zusammenkunft von Schülern und Lehrern, welche im Projekt mitarbeiten
- Januar 2008: Teilnahme von zwei Kolleginnen am 5. Kolloquium des ZLBS in der TU ? Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur psychischen Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern (Prof. Uwe Schaarschmidt)
- Bestimmung der Prioritäten des Gesundheitsprogrammes am MCG durch Lehrer und Schüler
- Kontaktaufnahme zu Prof. Uwe Schaarschmidt betr. Unterstützung der Durchführung der Pädagogischen Tage
- Kontaktaufnahme zu Frau Dr. Arold
- Durchführung des Arbeits-Bewertungs-Check für Lehrkräfte (ABC - Fragebogen) und Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM - Fragebogen)
- Auswertung und Analyse des Kollegiums, Ausführungen zur Stress- und Konfliktbewältigung
- Erarbeitung von Fragebögen durch Lehrer und Schüler zu den Themen: Speisenangebot, Essatmosphäre, Pausenversorgung, Trinken, Relaxraum
- Vorbereitung der zwei Pädagogischen Tage zum Thema: Stressbewältigung
- September 2008: Auswertung der Pädagogischen Tage und Vorbereitung des Pädagogischen Tages im November 2008
- Einbeziehen von Schülern und Eltern in die Projektarbeit
- Unterstützung durch Schüler der 12. Klasse bei der Erfassung der Daten der Schülerfragebögen
- Oktober 2008: thematischer Elternabend "Ess-Störungen" - Referentin: Frau Dr. Weidner
- Oktober 2008: Zuarbeit für Herrn Sempert zu den Themen - Mensa, Cafeteria und Ruheräume - für den Schulumbau und Neubau mit Unterstützung der beiden Elternsprecherinnen Frau Kirschner und Frau Wulfkühler
- November 2008: Netzwerktagung im DHMD "Gesundes Schulumfeld"
- August 2009: Zuarbeit für die neue Hausordnung
- Koordinierung der Erfassung von schriftlichen Leistungskontrollen in Klassenstufe 7
- Dezember 2009: Auswertung der Schülerfragebögen
- Januar 2010: Erfassung der Kritik an der Schulspeisung in einem dafür angedachten Buch
- Januar 2010: Teilnahme am SODEXO - Jahresgespräch
- Januar 2010: Zusammenstellung von Beiträgen für die Präsenz des Projektes "Gesunde Schule" auf der Homepage des MCG
(Kerstin Peschel)
